Der Hype um die Papierkugel

Seit geraumer Zeit geistert ein neues Trendwort in der Fußballszene umher: Papierkugel. Ein Wort, welches aus der absoluten Bedeutungslosigkeit empor kam, schließlich handelt es sich für gewöhnlich bei einer Papierkugel um Müll. Doch wie kam es zu der plötzlichen Popularität? Doktor Fußball klärt den Hype auf.

Alles begann beim UEFA-Cup Halbfinale zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Ende der zweiten Halbzeit versucht Graavgard einen Ball der Bremer zu klären, doch das Leder rollt über die besagte Papierkugel, springt Graavgard ans Schienbein – Ecke.

Durch den darauf folgenden Eckball kann Werder das 3:1 erzielen, die vermeintliche Vorentscheidung. Am Ende verliert der HSV die Partie und 2:3 und fliegt aus dem UEFA-Cup. Und wer ist Schuld? Die Papierkugel! In Fachkreisen wird übrigens von der Papierkugel Gottes gesprochen.

Ab dem Moment ging der Hype auch schon los. Die ehrwürdige Papierkugel wurde durch herumreichen einer überdimensionalen Papierkugel durch die Fan-Blöcke bei den Spielen St. Pauli gegen Mainz und im anschließenden Spiel zwischen Bremen und Hamburg gehuldigt.

Die Domain Papierkugel.de wurde bereits bei ebay für 1960 Euro verkauft. Der Versand war übrigens kostenlos. Außerdem ist die Papierkugel schon fleißig am zwitschern und erfreut sich großer Beliebtheit. Als wäre das nicht schon genug, wird das begehrte Objekt jetzt auch noch von Sat.1 versteigert. Aktuell beträgt das höchste Gebot 2.410 Euro. Ich empfehle den Bremer-Fans, die nach Istanbul zum UEFA-Cup-Finale fahren, die Kugel zu ersteigern. Vielleicht gelingt ja wieder ein wichtiger Treffer durch ihren Einfluss.

Besonders bitter ist, dass es sich bei der Papierkugel um ein Überbleibsel einer Fan-Choreographie des HSV handelt. Das nenne ich mal Support. Wer selbst eine Papierkugel Gottes herstellen will, der findet hier eine Faltanleitung.

 

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